Energiewende vor Ort - oder warum 50,2 Hertz eine wichtige Grenze sind

Energie soll zunehmend nicht mehr in Großkraftwerken sondern dezentral vor Ort erzeugt werden. Das macht unabhängiger von Großkraftwerken, ist nachhaltig und benötigt auch keinen Ausbau von Übertragungstrassen. Das bedeutet aber auch, dass ein bisher ausgewogenes System aus Erzeugung und Verbrauch aus dem Gleichgewicht kommt, da neben Grund-, Mittel und Spitzenlastkraftwerken sowie Minutenreserven immer mehr Kleinanlagen, insbesondere Photovoltaik, auf das System Stromverbundnetz einwirken. Und damit dieses System in allen Betriebszuständen stabil bleibt gibt es seit Juli 2012 die Systemstabilitätsverordnung (SysStabV). Zweck dieser Verordnung ist es, eine Gefährdung der Systemstabilität des Elektrizitätsversorgungsnetzes durch Anlagen zur Erzeugung von Energie aus solarer Strahlungsenergie bei Über- und Unterfrequenzen zu vermeiden. Für die Netzbetreiber, die nach EnWG die Pflicht zur Zusammenarbeit und Unterstützung der Gesamtfunktionalität der Versorgung haben, gibt es damit wieder eine neue Aufgabe.

Die Veränderung zur Stabilisierung des Netzes liegt in der Nachrüstung der Wechselrichter, die den PV-Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom umwandeln. In Leistungskategorien bis 10 kW, bis 100 kW und darüber sind in verschiedenen Fristen alle am Netz angeschlossenen Anlagenbetreiber zu informiert. Die Netzbetreiber müssen die Einspeiser dabei unterstützen ihre Wechselrichter so anzupassen, dass diese auf definierte Abschaltfrequenzen reagieren und dadurch das Gesamtsystem abgestuft ent- bzw. wieder belasten.

Die NetzWerkStadt wickelt diesen Prozess für Netzbetreiber als Dienstleister ab. Die Erhebung der Daten, die Vorbereitung und Durchführung von Ausschreibungen, die gesamte Kommunikation mit den Anlagenbetreibern und die Dokumentation wird als Komplettleistung im Auftrag durchgeführt. Die Stärke der NWS, komplexe Vorgänge für mehrere Netzbetreiber effizient und kostengünstig abzuwickeln, zeigt sich an dieser Aufgabe in idealer Weise. Derzeit erbringt die NetzWerkStadt die Leistungen für die 2 Gesellschafter und für 7 weitere Netzbetreiber.